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Sonnabend, 18. November 2017
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Chemnitz, 04.10.2017

Es wird Freude sein …..

Von Pierre Große

Monatsspruch für Oktober 2017:




„Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.“



Lukasevangelium 15,10





Lauter alte Worte, die unseren modernen Ohren heute sehr fremd klingen: "Engel Gotte, "Sünder", Buße".


Dieser Monatsspruch ist Zuspruch und Anspruch zugleich. Der Anspruch ist in den theologischen Begriffen zu finden und der Zuspruch in dem sehr menschlich klingenden Wort der "Freude".


Die Boten Gottes, denn das sind Engel, haben also ein ganz menschliches Gefühl. Sie können sich freuen und das erfüllt auch mein Herz mit Freude. Wenn die Engel sich schon freuen können, wie wird das dann erst recht bei Gott sein. Er wird sich auch freuen können und das macht mich auch froh.


Das Wort "Sünder" weist uns darauf hin, dass es sich hier um einen Menschen handelt, der sich von Gott getrennt hat. Das ist nichts Außergewöhnliches. Wir modernen Menschen haben unser Leben meist selbst in der Hand und sind der Meinung, dass es auch und meist sogar noch viel besser ohne Gott geht. Wir wollen unser Leben selbst gestalten und uns nicht von göttlichen Spielregeln, wie z.B. den zehn Geboten hereinreden lassen. Doch dann kommt der Moment in unserem Leben, wo wir auf einmal nicht mehr alles in der Hand haben, wo es auf einmal nichts weiter zu hoffen gibt, als das göttliche Eingreifen. Da sind Situationen, wie Verlust des Arbeitsplatzes, das Scheitern einer Ehe, schwere Krankheit und plötzliches Sterben. Da kommen wir an unsere menschlichen Grenzen und erkennen, wie wir eben nicht ohne Gott auskommen und wie unser Leben ohne Gott einfach den Hang hinuntergeht und sich ein riesen Vakuum in unserem Leben breitgemacht hat, ohne, dass ich es bemerkt habe.


Und jetzt kommt das schwere Wort Buße ins Spiel. Ich kann es einfach mit dem neudeutschen Wort umkehren übersetzen. Wenn ich an dem Punkt angekommen bin, wo ich nicht mehr weiter weiß, wo ich bemerke und feststelle, dass es nicht gut ist, alles menschlich und selbst, also ohne Gotte regeln zu wollen, wo ich absolut an meine eigenen Grenzen komme, dann sehne ich mich zurück. Jetzt ist es Zeit über die Umkehr, das ist mehr als ein sehnsüchtiges Zurückblicken zu Gott, nachzudenken. Mehr noch, es ist an der Zeit diese Umkehr auch zu vollziehen. Wie geht das? Ganz einfach: Ich sage Gott, was mich von ihm trennt, ich spreche es einfach aus. Ich rede mit Gott, wie mit einem guten Freund und bitte ihn, dass ich zurückkommen kann. Das Wunderbare daran ist, er wird mich nicht von sich wegstoßen, sondern ich darf tatsächlich wieder zu ihm kommen. Wenn ich Gott nicht kennen, dann darf ich ihn bitten, dass er mich annimmt - ich kann mir einen Menschen suchen, der mir auf diesem Weg hilft und mir vielleicht auch hilft aus meiner Sprachlosigkeit Gott gegenüber heraus zu kommen.


Und jetzt geschieht das eigentlich Unfassbare: Die Engel Gottes werden sich darüber freuen. Das bringt auch Freude in mein Herz. Amen



Pierre Große

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