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Chemnitz, 24.06.2002

Johannistag 2002

Von Pierre Große

Jesaja 40, 1-8
Liebe Schwestern und Brüder,
gibt es heute noch Momente, wo wir uns vorbehaltlos auf etwas verlassen können? Haben wir nicht beruflich, in Arbeitslosigkeit, in unseren Familien, ja mehr noch sogar auch in unseren Kirchgemeinden so viele Gelegenheiten zu mißtrauen? Worauf können wir uns denn wirklich verlassen? Der Text zum Johannistag sucht nach einer Antwort und will uns helfen aus unserem hausgemachten Mißtrauen heraus zu kommen. Der Text ist überschrieben mit den Worten: „Des Herrn tröstendes Wort für sein Volk“. Die Knechtschaft und das Unterdrücktsein des Volkes Israel soll ein Ende haben. Der Prophet spricht von dem Prediger in der Wüste, den Gott bereitet. Der Text weist auf den, dessen Geburtstag wir heute bedenken, den Täufer Johannes. Er war nicht der Messias, aber er hat ihm den Weg bereitet. Er hat Gottes Wort in die Herzen der Menschen eingepflanzt. Wie wichtig ist es doch, dass wir dem Wort Gottes in uns einen Platz geben. Ohne diese Vorbereitung des Johannes, wäre Jesu wirken langsamer und mühsamer geworden, denn die Menschen der Zeit Jesu hatten nur die Buchreligion des Alten Testamentes. Die Verheißungen Gottes wären deshalb noch schleppender unter die Menschen gekommen, als es so schon der Fall war. Wie ist das heute bei uns? Wir haben auch viele Weisheiten und Wahrheiten, die unser Leben ausmachen. Das sind viele geschriebene, aber noch mehr nur mündlich gesagte oder mit visuellen Medien herüber gebrachte Weisheiten und Wahrheiten, die keiner nachprüft. Wer kann schon die Informationsflut unserer Tage noch überprüfen und wer will das überhaupt noch? Es ist erschreckend, wie wenige Menschen noch gute Bücher lesen. Damit meine ich nicht vordergründig Taschenbuchromane, illustrierte Comics oder reißerische Zeitungen. Nein, es geht um überlieferte Wahrheiten, die auch heute noch so spannend sind. Wie voller Wahrheit hat sich das prophetische Wort des Jesaja erwiesen, der das Kommen Johannes vorausgesagt hat. Oder denken wir an die Worte Johannes, der immer von sich weg wies und auf das Kommen Jesu gewiesen hat. Er hat dem Herrn wahrhaftig den Weg bereitet. Ich zähle die Bibel auch zu den spannenden Büchern, die zu lesen sich immer wieder lohnt, weil dort die wirklichen Wahrheiten zu finden sind, die unser Leben mit Sinn erfüllen, die uns die Verbindlichkeit und das Vertrauen geben, das ich am Anfang so unter Zweifel gestellt habe. Ja, in der Tat, das Aktienpapier oder das Sparzertifikat, oder auch das Statut oder Wahlprogramm einer politischen Partei sind zweifelhafte Papiere, auf die man sich besser nicht verlässt. Wie schnell sind die Aktien im Keller? Wie oft haben uns Parteien schon Versprechungen gemacht, die schon kurze Zeit nach den Wahlen nicht mehr das Papier wert waren, auf dem sie standen. Zugegeben, auch ich habe viel zu wenig für unsere Politiker gebetet., ich weiß, dass ich da auch schuldig geworden bin. Aber gehen sie doch einmal in Gedanken ihren Bücherschrank entlang und versuchen Sie die Bücher oder Schriften festzuhalten, die Ihnen Halt, Hoffnung und Vertrauen in ihrem Leben vermittelt haben. Sie werden dabei Erstaunliches erleben. In unserem Text zum Johannestag geht es auch um Worte, die von ewigem Bestand sind. Da lesen wir einerseits von der Vergänglichkeit der Menschen (hier mit dem verdorrenden Gras verglichen) und hören andererseits von dem unvergänglichen Wort Gottes. Es ist ja auch tatsächlich so. Wie alt ist die Bibel, wie viele Jahrhunderte wird sie immer wieder gelesen und ist so vielen Menschen Programm und wichtigster Halt in ihrem Leben geworden? Auch heute noch zählt sie zu den meist verlegten Büchern der Welt. Das sollte uns zum Nachdenken darüber bringen, welche Worte uns in unserem Leben tragen, auch wenn sie noch so alt sind, aber auch und gerade für uns geschrieben. Ja, der Täufer Johannes ist wirklich der Prediger in der Wüste gewesen, der unserem Herrn Jesus den Weg bereitet und Gott eine ebene Bahn. Das ist eines seiner wichtigen Verdienste. Auch wir sind auf diesem geebneten Weg zu Gott und zu Jesus hin.
Amen

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