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Chemnitz, 07.03.2013

Tage der jüdischen Kultur ermöglichen Blick in die Villa Kohorn

"Villa Kohorn – ein Haus verrät seine Geschichte" war die gefragteste Veranstaltung von acht Beiträgen des Evangelischen Forums zu den Tagen der jüdischen Kultur

Schon Wochen vorher musste das Evangleische Forum Interessenten abweisen: Die Führung durch die Villa Kohorn am 27. Februar erwies sich wie schon im vergangenen Jahr als Publikumsmanget.

Die „Villa Oscar Freiherr von Kohorn zu Kornegg“, so der vollständige Name, an der Parkstraße wurde 1907 im Stil der Reformarchitektur erbaut. 1917 erwarb Familie Kohorn die Villa. Sie war großzügig eingerichtet, im Keller gab es sogar eine Kegelbahn. Zur Villa gehörten ein Wohnhaus für Bedienstete, Pferdeställe und andere Gebäude sowie ein großes parkähnliches Grundstück. Es gab einen Tennisplatz und einen Teich.

Villa_Kohorn

Das Deckenbild im Herrenzimmer (Bild: www.villa-kohorn.de)

Dr. Jürgen Nitsche berichtete aus dem Leben der jüdischen Familie von Kohorn. Sie lebte ursprünglich in dem böhmischen Dorf Dürrmaul nahe Marienbad. Dort wurde Oscar am 12. Oktober 1882 geboren, gestorben ist er am 30. Juni 1963 in New York City.
1909 gründete Oscar Kohorn in Chemnitz auf der Zwickauer Straße 145 seine Teppichfabrik (Gelände als Schleifmaschinenwerk bekannt), die er 1921 auf das größere Gelände Kauffahrtei 31 verlegte. Oscar Freiherr von Kohorn zu Kornegg war einer der einflussreichsten Großindustriellen der Stadt Chemnitz. Er spendete große Geldsummen für kulturelle und soziale Zwecke, unter anderem für den Umbau des Theaters und für die Kinderfürsorge. 1918 wurde Oscar Kohorn in den erblichen Adelsstand erhoben. Zudem erhielt er den österreichischen Titel „Kaiserlicher Hofrat“. Familie Kohorn war unter anderem mit Richard Strauß befreundet, der mit seiner Frau über ein eigenes Schlafzimmer in der Villa Kohorn verfügte. Als Dank schrieb Strauß 1925 die „Hymne an das Haus Kohorn“.
Als jüdische Familie verließen die Kohorns Deutschland in den 1930er Jahren. 1940 wurden sie ausgebürgert, der Besitz zwangsversteigert. Die Villa Kohorn erwarb Zahnarzt Dr. Schiefer. 1975 kam die Villa Kohorn zum Rat der Stadt, bis Ende der 1990er war sie Ambulanz und medizinisches Therapiezentrum. Die Rückübertragung an die Familie von Kohorn erfolgte 2005, dann der Verkauf an private Investoren. Herr Fassmann, Eigentümer der Chemmedia AG, hat aus dem Gebäude wieder ein Schmuckstück gemacht. Die Decke im Arbeitszimmer ist noch original, auch einzelne Türen. Täfelungen waren teilweise noch vorhanden und konnten ergänzt werden. Das ursprüngliche Mobiliar existiert nicht mehr. Der Turm ist wieder begehbar, und die Gäste können die gute Aussicht genießen. Die Villa Kohorn steht unter Denkmalschutz.
Im großen Garten ist der Teich mit Springbrunnen noch erkennbar, er soll saniert werden.

Die Führung durch die Villa Kohorn war zweifelos ein Erlebnis. Doch auch zu den gesamten Tagen der jüdischen Kultur vom 16. Februar bis zum 3. März zieht Egmont Elschner vom Trägerverein eine positive Bilanz: „Die über 40 Veranstaltungen der 22. Tage der jüdischen Kultur wurden mit richtiger Begeisterung und Freude aufgenommen. Das macht die gute Mischung aus Politik, Geschichte, Religion und Unterhaltung und die gute Mischung so unterschiedlicher Veranstalter. Das wollen wir 2014 so fortsetzen und noch weiter differenzieren.“ Die 23. Tage der jüdischen Kultur sind vom 8. bis zum 23. März nächsten Jahres geplant.

Autor: Dorothee Morgenstern

(Quelle: Kirchenbezirk Chemnitz)

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