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Freiberg, 02.08.2002

Apostel Paulus erhält Sonderbehandlung

Die Schönheitskur für zwölf Skulpturen im Freiberger Dom ist diese Woche beendet worden

Mit sicherer Hand führt Restauratorin Susanne Mayer die Kanüle der Spritze in die zu behandelnden Stellen des Patienten und impft eine weiße dickflüssige Substanz. Assistentin Christine Broschmann ist mit Tupfern zur Stelle, um Überschüssiges aufzunehmen und die "Wunden" des Apostels abzukleben. Im Rahmen eines Konservierungsprojekts wurden in den vergangenen Jahren im Dom zwölf Apostel einer Kur unterzogen. Diese Woche wurden die letzten Narben geschlossen.

"Wir haben die Apostel gereinigt, auf Schädlingsbefall untersucht und durch Verleimen die Fassung gefestigt", erläutert Susanne Mayer. Die durch das Alter im Lindenholz entstandenen feinen Hohlräume seien mit einem Gemisch aus Warmleim und Kreide ausgefüllt worden. Auch dem Schimmelbefall sind die Restauratoren zu Leibe gerückt. Apostel Paulus musste sogar drei Tage in Dresden in einem Spezialraum mit einem gasförmigen Holzwurm-Bekämpfungsmittel "stationär" behandelt werden. Aus Lindenholz erhielt ein weiterer Apostel Ersatz für seinen zerfressenen Fuß. Für eine vollendete Schönheit müssen Leimreste entfernt und die bearbeiteten Stellen mit Aquarellfarbe retuschiert werden.

"Im Durschnitt haben wir an einem Apostel eine Woche gearbeitet", rechnet die Restauratorin, die neben Skulpturen Gemälde in ihrer Freiberger Werkstatt restauriert. Die "Schönheitskur" der Apostel finanzierte die Domgemeinde mit 17.000 Euro. Die Anfang des 16. Jahrhunderts aus Lindenholz entstandenen zwölf Apostel werden dem Freiberger Holzbildhauer Philipp Koch zugeordnet.

(Quelle: Freie Presse Online)

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